Suche
  • folgerichtig

TikTok vs. Reels - wer gewinnt?

Instagram hat die neue Funktion "Reels" an den Start gebracht und nicht nur uns fällt auf: Das neue Instagram Feature ähnelt dem Prinzip von TikTok sehr. Ein Grund für uns, sich beides einmal genauer anzuschauen.



Falls du bisher noch nicht so viel von TikTok mitbekommen hast, hier ein Einblick in die Kurzvideo-App. "TikTok ist die meist heruntergeladene App der Welt", schreibt das Magazin Horizont. Im 1. Quartal 2020 hatte TikTok die meisten Downloads, knapp 2 Milliarden Mal wurde sie mittlerweile heruntergeladen. "TikTok ist der neue Superstar unter den sozialen Medien und der kometenhafte Aufstieg ist noch lange nicht vorbei", sagt Social Media-Experte Dmitri Steiz gegenüber Horizont. Die Person mit den meisten TikTok-Abos ist Charli D'Amelio aus den USA. Ihr folgen fast 66 Millionen Menschen.


Auf TikTok ist vor allem ein jüngeres Publikum unterwegs. Die Social-Media-Management-Plattform Hootsuite untermauert das mit dieser Statistik:


  • 13 - 17 Jahre: 27 Prozent

  • 18 - 24 Jahre: 42 Prozent

  • 25 - 34 Jahre: 16 Prozent

  • 35 - 44 Jahre: 8 Prozent

  • 45 - 54 Jahre: 3 Prozent

  • 55+ Jahre: 4 Prozent


Zum Vergleich: Bei Instagram sind 35% der Nutzer*innen zwischen 25 und 34 Jahre alt. Aber wie funktioniert TikTok eigentlich? Innerhalb von TikTok kannst du kurze, kreative Videos aufnehmen, die maximal eine Minute lang sind. Du kannst sie dort mit Filtern, Sounds, Texten und Co. bearbeiten. Dein besonderes Ziel: Du versuchst es auf die "For you"-Page zu schaffen. Das ist der Feed, der den Nutzer*innen angezeigt wird. Wenn dem Algorithmus dein TikTok gefällt, wird es immer mehr Menschen angezeigt. Mit etwas Glück, kannst du damit schnell eine große Reichweite erzielen und Zielgruppen gewinnen, die du bis zu dem Zeitpunkt noch nicht erschlossen hattest. Gleichzeitig kannst du dich Challenges anschließen, die einen speziellen Hashtag haben, zum Beispiel #ThePushupChallenge oder #RenegadeChallenge. Das hilft dir auch beim Erhöhen deiner Reichweite.


An der App gibt es aber auch Kritik. Vor allem, weil sie vom chinesischen Unternehmen ByteDance stammt. Immer wieder wurden Vorwürfe laut, dass gewisse Themen, wie zum Beispiel Kritik an der chinesischen Politik, zensiert würden. Gleichzeitig wird aktuell deutlich, dass die Plattform seine Nutzer*innen immer politischer werden lässt. Ein Beispiel: Fake-Ticket-Käufe von TikToker*innen sollen dafür gesorgt haben, dass viele Plätze auf einer Wahlkampf-Veranstaltung von US-Präsident Trump leer blieben.


Auch Unternehmen sind auf TikTok vertreten, um eine neue Zielgruppe aufzubauen und bekannter zu werden. Dazu zählt auch das BerlinerStart-up Salted von Moritz Richter und seinen Kolleg*innen. Sie stellen nachhaltige Beauty-Produkte mit Inhaltsstoffen aus dem Meer her. Seit drei Monaten sind sie auf TikTok und haben aktuell 17,4 Tausend Follower*innen. Im Interview erzählt er von ihrer Arbeit und den Erfahrungen.



Wie nutzt ihr TikTok für euer Unternehmen?


"Es geht uns auf der Plattform, wie bei Instagram, zum einen um Communityaufbau, zum anderen auch um Influencer-Marketing. Das Spannende bei TikTok ist, dass es noch im Prozess ist. Das ist eine Chance, weil die Plattform eine riesige Reichweite bietet."

Sind die Ziele und Inhalte anders als auf eurem Instagram-Account?


"Die Ziele sind ähnlich, die Inhalte unterscheiden sich aber deutlich. Man muss sehr plattformspezifisch bei TikTok kommunizieren. Identische Inhalte, die man auch für andere Plattformen genutzt hat, gehen nicht. Als Beispiel: Videos auf TikTok sind zwischen 15 und 60 Sekunden lang. Bei uns beträgt die durchschnittliche Wiedergabezeit 10 Sekunden. Man muss also schnell zum Punkt kommen. Dann immer interessant: die 'For you'-Page. Bei der geht es vor allem um Challenges, bei der dann ganz viele Leute ihren eigenen Content rund um die Challenge kreieren. Wenn man da mitmacht, kann man es schaffen, durch die 'For you'-Page andere Menschen zu erreichen, die noch nicht Teil der eigenen Community sind."


Wie unterscheiden sich die Workflows auf TikTok zu denen auf Instagram?


"TikTok ist viel schneller. Wenn du dir am Montag vornehmen würdest, dass du am Freitag ein Video hochladen willst, das zu Trend oder Challenge XY passt, bist du schon zu spät. Das heißt, du musst eigentlich sofort reagieren. Dabei ist es aber aufwändiger, das Video zu produzieren. Es ist also eine geringere Planungszeit mit einem hohen Aufwand beim Umsetzen."

Kann man mit TikTok Geld verdienen?


"Meines Erachtens ja. Es wird sich aber vermutlich in den kommenden Monaten zeigen, ob es auch für Business und Umsatz ein wichtiges Medium wird (vergleichbar zu Instagram) oder ob der Fokus der Plattform auf Reichweite und Brand Awareness bleiben. Aktuell fehlen bei TikTok noch Tools, wie beispielsweise ein 'Swipe Up'-Link oder die Shop-Funktion, die bei Instagram integriert ist. Die Frage ist, ob sich die Plattform da noch hin entwickelt."

Hast du einen Tipp für Unternehmen, die auf TikTok starten wollen?


"Man sollte mutig und schnell sein. Also, dass man nicht die Video-Idee für nächste Woche plant, sondern sie direkt umsetzt. Und dass man sagt, dass man als Unternehmen zwar eine ganzheitliche Kommunikationsstrategie hat, man TikTok aber besonders behandelt und extra Inhalte dafür produziert."

TikTok im Überblick:


Vorteile

  • neue junge Zielgruppe erschließen

  • schnell Reichweite erhöhen

  • neuer Vertriebs-/Werbekanal

  • international

  • wachsende Plattform


Nachteile

  • ganz neuen Content erstellen

  • schnell reagieren statt lange planen

  • zeitaufwändig

  • Algorithmus unberechenbar

  • kurze Wiedergabezeit

Das Reels-Feature auf Instagram


Kommen wir zurück zu Instagram. Dort wurde die neue Funktion "Reels" gelaunched - als erstes für einzelne Instagrammer*innen, dann schnell für die Mehrheit. Damit kannst du, wie für die Instagram-Stories üblich, 15-sekündige Videos aufnehmen. Allerdings hast du nun die Möglichkeit, deine Videos mit verschiedenen Effekten aufzupeppen - eben genauso wie man es bisher nur von TikTok kannte. Dass Instagram gerne mal andere Apps kopiert, haben wir zuletzt bei den Instagram-Stories gesehen, die als Funktion von Snapchat abgeschaut wurden.


Influencerin Carmushka durfte Reels vor dem offiziellen Launch testen und schreibt:

"Insgesamt habe ich mit meinen Reels schon knapp 3 Millionen Views erzielt. Auch wenn das neue Tool noch nicht bei jedem verfügbar scheint - für die hohen Aufrufzahlen gibt es meiner Meinung nach vor allem einen Grund: Ich war schnell. Bei solchen Launches ist Geschwindigkeit für Content Creator das A und O."

Sie erinnert daran, dass Instagram seine neuen Funktionen pusht und man diese deshalb auch für seinen eigenen Channel nutzen sollte.


Außerdem weist Carmushka darauf hin: "Wenn ein Creator sein IG Reel in der Story teilt, wird es dort komplett abgespielt und auch als View auf dem Video gezählt. Diese Art der Einbindung erlaubt Instagram mit TikTok nicht, weshalb von meinen fast 350.000 Storyviews nur ein Bruchteil auf meinem TikTok-Profil gelandet sind."


0 Ansichten

©2020 by CLARE, KATRIN, CHRISTINA

Impressum    Datenschutz    FAQ

Icons erstellt von Eucalyp von Flaticon