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Was du bei Instagram über Werbung wissen musst

„Was muss ich als Werbung auf Instagram kennzeichnen?“ Diese oder ähnliche Fragen sollten sich nicht nur große Influencer:innen stellen, sondern auch die kleinen Accounts. Alle wichtigen Infos dazu findest du hier.

Lesezeit: 3 Minuten
Nathalie Salibian-Waltz

Was du bei Instagram über Werbung wissen musst

 

In diesem Jahr wurde ein neues Urteil zum Influencer Marketing gefällt. Wir haben in einem Instagram-Live mit Medienrechtsanwältin @nathalie.salibianwaltz  gesprochen, was das jetzt konkret für Instagram-Nutzer:innen bedeutet.
Wie sie das neue Urteil einordnet und was du beim Thema Werbung kennzeichen beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

 

Was sagt Instagram selbst zu dem Thema Werbung?

Zunächst schauen wir uns erst einmal an, was Instagram denn selbst zum Thema Werbung auf seiner Plattform sagt.

„Wir definieren Branded Content als Content von Creatorn oder Publishern, in dem ein Businesspartner empfohlen wird oder der von diesem beeinflusst wird. Hierfür erhält der Creator oder Publisher vom Businesspartner eine Gegenleistung, wird beispielsweise dafür bezahlt.“

 

Aktuell gibt es aber noch kein Gesetz, das richtige Klarheit bringt. Die wird es wohl erst mit dem neuen Influencer-Gesetz geben, das im Mai 2022 in Kraft treten soll.
Bis dahin erfährst du hier alles Wichtige rund um die Frage:

Was solltest du auf deinem Businesskanal mit „Werbung“ markieren?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im September diesen Jahres ein Urteil gefällt: Influencer:innen dürfen mit Tap Tags auf Produkte verweisen, ohne diesen Post als Werbung zu kennzeichnen – solange dieser nicht zu werblich ist.

Darauf solltest du auf jeden Fall immer achten, wenn du aufgrund deiner persönlichen Meinung etwas empfiehlst.
Wichtig ist ebenfalls: Die Markierung „Werbung“ sollte immer auf den ersten Blick ersichtlich sein.

Aktueller Hintergrund sind die Klagen gegen einige Influencer:innen ausgehend vom Verband Sozialer Wettbewerb (ein Verein, der Verstöße gegen Lauterkeit verfolgt). Unter den angeklagten Influencer:innen war auch Cathy Hummels. Der BGH entschied zu ihren Gunsten, da sie keine Gegenleistung von dem Anbieter des Produkts erhalten hatte.
Anders sah es bei einer Fitness-Influencerin aus. Sie wurde verurteilt, weil sie eine Himbeermarmelade präsentierte, ohne diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen, obwohl es eine Gegenleistung seitens des Herstellers gab.

Was können wir von dem neuen Urteil des BGH mitnehmen?

Das ist eine sehr komplexe Frage. Influencing ist auch für die Gerichte etwas ganz Neues. Deswegen fallen die Urteile auch so unterschiedlich aus. Was wir aber auf jeden Fall mitnehmen können, ist, dass diese Art von Werbung jetzt auch in den Gerichten angekommen ist.

Klar ist: Wer eine Gegenleistung erhält, muss das immer mit „Werbung“ kennzeichnen.

Anders sieht es bei Produktmarkierungen aus, im Feed sind das sogenannte Tap Tags. Darüber können User:innen beispielsweise direkt auf den Account des Herstellers dieses Produkts gelangen.

Nathalie sagt:

Tap Tags müssen wir nicht als Werbung kennzeichnen, solange es keine Gegenleistung gab und der Post nicht besonders werblich ist. Der BGH sagt aber auch: Verlinkungen auf die Website der Unternehmen sind werblich.“

Was gilt als Gegenleistung?

Als Gegenleistung zählen unter anderem folgende Punkte:

  • Bezahlung für den Post
  • andere Vorteile wie z.B. kostenlose Produkte
  • Werbepartner:innen nehmen Einfluss auf den Inhalt

Das bedeutet: Bei selbstbezahlten Produkten, die du taggst, weil sie dir persönlich gefallen, musst du keine Kennzeichnung setzen, da der Hersteller nicht aktiv auf dich zugekommen ist.

Müssen die eigenen Produkte auf dem eigenen Kanal gekennzeichnet werden?

Das kommt darauf an, wie kommerziell dein Account wahrgenommen wird. Wenn es ersichtlich ist, dass es sich bei dem Account um einen klaren kommerziellen Unternehmens-Account handelt und es für Kund:innen ebenfalls klar ist, dass es dort um den Verkauf von Produkten geht, musst du Posts über deine eigenen Angebote nicht als Werbung kennzeichnen.

Dazu gehören auch Verlinkungen auf die eigene Website. Diese müssen dann ebenfalls nicht als Werbung gekennzeichnet werden.

Müssen Testimonials als Werbung gekennzeichnet werden?

Wenn Kund:innen für das Feedback keine Gegenleistung bekommen haben (z.B. Bezahlung) muss das Testimonial auf einem Unternehmens-Account nicht als Werbung gekennzeichnet werden.

 

Wir hoffen, dass du dir jetzt ein bisschen sicherer bist, was das Kennzeichnen von Werbung auf Instagram betrifft.

Das komplette Instagram Video mit Nathalie kannst du dir hier anschauen:

Wie immer gilt aber:

Wenn du dir unsicher bist oder du weitere spezielle Fragen dazu hast, dann hole dir auf jeden Fall immer noch zusätzlich rechtlichen Rat ein.

Ansonsten bleibt uns nichts anderes übrig, als auf das endgültige Influencer-Gesetz im Mai nächsten Jahres zu warten, das hoffentlich mehr Klarheit schafft.

 

 

 

 

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